Schweiz bei der EM 2016

Die Nationalmannschaft der Schweiz bei der EM 2016

Neben den Olympischen Spielen in Rio findet in diesem Jahr noch ein weiteres großes Sportereignis bevor. Zwei Jahre nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft im Maracana Station in Rio de Janeiro findet mit der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich das nächste Fußballgroßereignis vor der Tür.

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Diese EM in Frankreich wird auch die größte EM die bisher stattgefunden hat. Bei dieser Europameisterschaft nehmen erstmals 24 Mannschaften teil, acht Mannschaften mehr als bei der letzten EM in Polen und der Ukraine bei der nur 16 Mannschaften mitspielten. Diese Erweiterung des Teilnehmerfeldes wurde vorgenommen, um auch kleineren Fußballnationen eine Chance zu geben auf großer Fußballbühne auftreten zu können. Dieser Plan ist aufgegangen. Erstmals nehmen bei dieser EM auch Mannschaften aus Island und Nordirland an einer Endrunde teil. Die Europameisterschaft wird am 10. Juni mit dem Spiel Frankreich gegen Rumänien im Stadion Saint-Denis eröffnet. Im gleichen Stadion wird auch einen Monat später das Finalspiel der Meisterschaft stattfinden, das weltweit von Millionen Menschen beobachtet werden wird.

Großer Favorit bei dieser EM ist selbstverständlich der amtierende Weltmeister Deutschland. Daneben darf aber auch nicht der aktuelle Europameister aus Spanien vergessen werden, der nach einer schwachen WM in Brasilien wieder die Herzen seiner Fans zurückgewinnen möchte. Aber auch die aktuelle Nummer 1 der FIFA-Weltrangliste Belgien darf nicht unterschätzt werden. Da bei dieser Europameisterschaft das Teilnehmerfeld erweitert wurde spielen auch selbstverständlich mehr Außenseiter mit um den Titel als bei den Europameisterschaften zuvor, vielleicht ist hier die eine oder andere Überraschungsmannschaft dabei.
Der Modus der Europameisterschaft beinhaltet zwei Phasen. Zunächst findet eine Gruppenphase statt. Dabei spielen jeweils 4 Mannschaften in sechs Gruppen. In den Gruppen qualifizieren sich dann die beiden Gruppenersten für das Achtelfinale, sowie die vier besten Gruppendritten. Nach der Vorrunde wird ab dem Achtelfinale bis letztendlich zum Finale in Paris im KO-System gespielt.

Im folgenden Artikel wird ein Blick auf die Fußballnationalmannschaft unseres Nachbarn aus der Schweiz geworfen. Welche Chancen können sich die Schweizer bei den EM in Frankreich ausrechnen? Wie sieht die Fußballgeschichte der Schweiz aus? Wer sind die stärksten schweizer Spieler?

Das Trikot der Schweiz

Die schweizer Nationalmannschaft wird von dem Sporthersteller Puma ausgerüstet. Die Aufmachung der Spielkleidung ist bei der Nationalmannschaft der Schweiz seit jeher ähnlich. Das Trikot ist rot mit einem weißen Kreuz, das Auswärtstrikot weiß mit einem roten Kreuz. In der Geschichte der Nationalmannschaft variierten dabei meist nur die Größe des Kreuzes und der jeweilige Ausrüster der Mannschaft.


Auch bei dieser Europameisterschaft ist das Trikot der schweizer Mannschaft in dieser traditionellen Aufmachung gehalten. Jedoch bietet das Trikot auch einige Besonderheiten. Das Trikot ist rot, wobei die obere Hälfte der Ärmel in weiß gehalten ist. Auf diesem weißen Raum befindet sich auf das Logo des Ausrüsters Puma. Weiterhin befindet sich auf der Brust der Spieler ebenfalls das Logo des Ausrüsters. Links daneben ist das Logo des schweizerischen Fußballverbandes, rechts daneben befindet sich das schweizer Kreuz. Darunter ist mittig die Nummer des Spielers angegeben.
Das Auswärtstrikot ist ein besonderer Hingucker. Das Trikot ist von der Grundfarbe weiß, daneben befinden sich mehrere dünne rote Querstriche auf der Unterseite des Trikots. Daneben ist in einer roten Einbettung das weiße Schweizerkreuz auf dem Leibchen. Darüber befindet sich auf der Brust der Spieler auf der linken Seite das Logo von Puma, das sich ebenfalls auf den Schultern des Trikots befindet. Auf der rechten Brust tragen die Spieler das Wappen des schweizer Verbandes, die Nummer des Spielers befindet sich auf dem Auswärtstrikot zwischen diesen beiden Aufdrucken.

Die Fußballnation Schweiz und die Gegner bei der EM

Auch wenn die Schweiz nicht als Fußballnation wahrgenommen wird, so haben die Schweizer in diesem Bereich einiges zu bieten. So konnten es die Schweizer in den letzten Jahren regelmäßig schaffen sich für die großen Turniere zu qualifizieren und auch in den Endrunden der Turniere konnte die Mannschaft überzeugen. Bei der Qualifikation zur EM in Frankreich spielten die Schweizer in der Qualifikationsgruppe E mit England, Slowenien, Estland, Litauen und San Marino. In dieser Gruppe konnte mit dem zweiten Platz eine direkte Qualifikation zur EM erreicht werden. Zwar wurde England souverän ohne Niederlage Gruppensieger, die Schweizer konnten sich jedoch vor dem drittplatzierten Slowenien mit fünf Punkten Vorsprung durchsetzen. Bei den Spielen gegen den Gruppensieger England verlor die Schweiz jedoch zweimal mit einem schwachen 0:2.
Die schweizerische Bundesliga gehört nicht zu den besten Ligen Europas, dennoch sind mit Mannschaften wie dem FC Basel auch Teams vertreten, die regelmäßig international auf Europa League Niveau spielen. Die meisten schweizer Nationalspieler findet man dennoch in fremden Ligen wie der deutschen Bundesliga. Insgesamt spielen vom aktuellen Kader der schweizer Nationalmannschaft nur 6 Spieler in der heimischen Liga. Die Stars der Mannschaft sind jedoch über die ganze Welt verteilt.
Bei den großen Turnieren, also Europa- und Weltmeisterschaften blickt die Schweiz auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Zwar konnte sich die Schweiz seit 2006 für jede WM qualifizieren, jedoch konnte das Team niemals über die Teilnahme am Viertelfinale hinauskommen. Und auch die letzte Viertelfinalteilnahme war im Jahr 1954. Zu dieser Zeit war die Mannschaft aus der Schweiz am Stärksten. Darauf folge jedoch eine lange Phase der Schwäche und Stagnation, bei der man sich zu keinem internationalen Turnier mehr qualifizieren konnte und an der der schweizerische Fußballverband fast zerbrach. Bei der letzten WM in Brasilien konnten die Schweizer jedoch wieder das Achtelfinale erreichen und so diesen Fluch durchbrechen. Bei den Europameisterschaften sieht es für die Schweizer nicht viel besser aus. Nach der verpassten Qualifikation für die EM 2012 konnte Ottmar Hitzfeld die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur bringen, dennoch kamen die Schweizer bei Europameisterschaften nie über die Vorrundenteilnahme hinaus. Hier liegt nun auch das Ziel der Schweizer für die kommende EM in Frankreich, es soll nun endlich einmal ein Achtelfinale erreicht werden.
Die schweizer Nationalmannschaft befindet sich aktuell auf dem 12. Platz der FIFA-Weltrangliste, sodass rechnerisch eine solche Achtelfinalteilnahme möglich sein sollte. Rekordspieler der Elf aus der Schweiz ist Heinz Hermann mit 118 Länderspieleinsätzen, Rekordtorschütze ist mit 42 Treffern Alex Frei.
Bei der EM in Frankreich beginnen die Schweizer ihr Turnier in der Vorrundengruppe A. Dort wird das Team auf Mannschaften wie Frankreich, Rumänien und Albanien treffen. Die Schweizer beginnen die EM am 11. Juni in Lens mit dem Spiel gegen Albanien. Dann folgt am 2. Spieltag die Partie gegen Rumänien. Die Gruppenphase wird mit dem Spiel gegen den Gastgeber Frankreich am 19. Juni in Lille komplettiert. Insgesamt ist diese Gruppe für die Schweizer durchaus machbar. Da sich die ersten beiden Mannschaften für das Achtelfinale qualifizieren können sich die Schweizer zusammen mit den Franzosen für das Achtelfinale gesetzt sehen. Dennoch sind die Mannschaften aus Albanien und Rumänien nicht zu unterschätzen. In der Qualifikation konnten diese beiden Mannschaften durch ihre Leidenschaft und eine starke Unterstützung durch ihre Fanlager überzeugen. Zwar ist die Gruppe in diesem Sinne kein Selbstläufer, dennoch sollte sich die Qualität der schweizer Mannschaft gegen diese Mannschaften durchsetzen können. Ein Gruppensieg für die Schweizer wird dennoch schwer. Der Gastgeber Frankreich wird bis in die Haarspitzen motiviert sein und den Schweizern nichts schenken. Geht man davon aus, dass die Schweizer in der Vorrunde den 2. Platz erreichen, so wartet im Achtelfinale der zweite der Gruppe C. Dies wird entweder Polen oder die Ukraine sein, wenn man davon ausgeht, dass die Deutschen ihre Gruppe auf dem ersten Platz beenden. Diese Mannschaften sind schon ein anderes Kaliber als Rumänien oder Albanien, aber dennoch nicht unschlagbar. Die Schweizer könnten sich an einem guten Tag gegen beide Mannschaften durchsetzen und somit das Viertelfinale als realitisches Ziel für diese Europameisterschaft ausgeben.

Die wichtigsten Spieler

Der Trainer der Mannschaft, Vladimir Petković, kann auf eine qualitativ Hochwertige Mannschaft zurückgreifen. In der schweizer Nationalmannschaft gibt es sowohl erfahrene Spieler wie der Turiner Stephan Lichtsteiner (77 Länderspiele) oder Tranquillo Barnetta (75 Einsätze), als auch noch relativ junge Spieler. Kapitän der Mannschaft ist Gökhan Inler, der gleichzeitig mit 85 Spielen der erfahrenste Mann auf dem Feld sein wird.
Im Tor ist die Schweiz mit drei Keepern aufgestellt, die ihr Geld in der deutschen Bundesliga verdienen. Yann Sommer, Roman Bürki und Marvin Hitz sind ein starker Rückhalt in der schweizer Hintermannschaft. In der Abwehr verfügen die Schweizer über Spieler wie Johan Djourou, Stephan Lichtsteiner, Ricardo Rodríguez oder Philippe Senderos, die allesamt sehr routiniert und erfahren agieren. Insgesamt ist die Defensive der Schweizer hervorragend aufgestellt und gehört zu den stärksten des Turniers. Im Mittelfeld sind mit Xherdan Shaqiri, Gökhan Inler, Gelson Fernandes, Tranquillo Barnetta und auch Granit Xhaka spielstarke und kreative Spieler vorhanden, die durch ihr intuitives Spielverständnis vor allem im Aufbauspiel der schweizer Mannschaft brillieren können. Auch im Sturm verfügen die Schweizer mit Eren Derdiyok, Josip Drmić, Haris Seferović und Admir Mehmedi über berüchtigte Knipser, die jederzeit das Spiel durch ein Tor entscheiden können.
Insgesamt verfügen die Schweizer bei dieser EM über einen ihrer bisher stärksten Kader. Die Mannschaft ist sehr erfahren und verfügt über einen starken Zusammenhalt. Dieser Teamgeist macht die Mannschaft stärker als nur die Summe ihrer Einzelspieler. Mit dieser schweizer Mannschaft kann bei der Europameisterschaft in jedem Fall gerechnet werden.

 

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